Rückblick als Leiter "Turnen für Alle"

Im Oktober 1994 übernahm ich von Walter Schlumpf das Turnen in der Turnhalle Gschwader, das damals noch unter dem Namen 'Turnen für Jedermann' bekannt war. Walter konzentrierte sich in seinem Turnen auf ein Circuit-Training mit verschiedenen Stationen. Da ich aber lieber Gymnastik mache, habe ich die Turnstunde langsam von einem Circuit-Training in eine Gymnastikstunde umgewandelt. Vor der ersten Stunde mit reiner Gymnastik hatte ich doch schon ein mulmiges Gefühl, wie die Gymnastik aufgenommen wird. Die Reaktion war überraschend sehr positiv. Ich habe darauf das 'Turnen für Alle' intern in 'Fit mit Ernesto' umgetauft. Meine Gymstunde beinhaltete drei Schwergewichtspunkte. Zu Beginn gab es leichte, einfache Aerobic (etwas Anspruchvolles wurde mehrheitlich nicht gewünscht) dann folgte ein zweiter Block mit Bodyform, was zur Stärkung der Oberschenkel, Bauch und Rücken führt, gefolgt von einer Stretchingrunde. Ich habe viele Versuche gemacht, meinen Styl in der Zeit zu ändern - doch mit mässig Erfolg. Blöd war meistens, dass es mir gefallen hätte aber den Teilnehmer zu kompliziert, anstrengend oder aus irgendwelchen Gründen nicht gefallen hat.

Als Höhepunkte ist sicher immer die letzte Gymstunde im Jahr zu erwähnen. Auf der einen Seite gibt es Gospel Musik und auf der anderen Seite kann auf die Hallenbeleuchtung verzichtet werden, da Spotlampen auf mich gerichtet waren. Unvergesslich bleiben auch die Grillpartys die wir jährlich unter dem alten Schulhausabwart durchführen konnten. Etwas ganz besonders war aber auch der Besuch von einigen Frauen und Männer aus der Türkei. Es sah schon etwas gewöhnungsbedürftig aus, wie die Frauen - im Sommer und auf der Wiese - mit langen Trainer-Hosen und Kopftücher Aerobic mitmachten. Da sie aber nach kurzer Zeit auch mit den kleinen Kinder die Gymstunde besuchten, geriet die Gymstunde fast ausser Kontrolle, und ich musste dem Spuck ein Ende setzen.

Ja und wie geht es weiter. Als Nachfolgerin wird Karin Morf das 'Turnen für Alle' weiterführen. Als neue Leiterin hat sie auch die Chance, komplett neue Ideen in das Turnen einfliessen zu lassen.

Zum Schluss möchte ich einfach noch erwähnen, dass ich die Gymstunde immer als etwas fröhliches und entspanntes betrachtet habe, was sich zum grossen Teil auch auf die Teilnehmer ausgewirkt hat. Die Tätigkeit hat mir nicht nur sportlich einiges gebracht, es haben sich auch positive menschliche Kontakte ergeben. In diesem Sinn wünsche ich dem Turnverein und Karin Morf für die Zukunft alles Gute.


Ernesto Homberger